Gemeinsamer Antrag der CDU- und SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde Wilnsdorf mit Bitte um Dringlichkeitsbeschluss gem. § 3 der Geschäftsordnung
hier: Gemeinsamer Antrag Wilden Freier Grunder Straße 89 mit nachträglicher Genehmigung den Rat am 29.04.2021

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Gieseler,

wir haben über das Internet Informationen bekommen, dass das Grundstück Freier Grunder Straße 89 in Wilden mit aufstehenden Gebäude veräußert werden soll.

Auf dem Grundstück befindet sich ein Wohnhaus und ein Speditionsbetrieb mit einer Halle und einer größeren Freifläche.

Ursprünglich befand sich auf dem Gelände das Wohnhaus und ein Spanplattenbeschichtungswerk. Dann allerdings wurde das gesamte Gelände mit Gebäuden an ein Speditions-/Logistikunternehmen veräußert.

Der Betrieb dieses Speditions-/Logistikunternehmens hat von Beginn an zu massiven Problemen geführt. Die Halle und die Freifläche zwischen der Halle und der Freier Grunder Straße wurden mit LKWs, Anhängern und vielen Kleintransportern zugestellt. Die Freier Grunder Straße, Landstraße mit einer Verkehrsbelastung von täglich etwa 11.000 Fahrzeugen, wurde als Rangierfläche in Anspruch genommen, weil auf dem Betriebsgelände nicht genügend Platz vorhanden war. Das führte zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und auch Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit.

Außerdem reichten die auf dem Betriebsgelände zur Verfügung stehenden Stellplätze bei weitem nicht aus, um die betrieblichen Bedürfnisse zu befriedigen. Das führte dazu, dass große Sattelzüge, Lkw und Zugmaschinen des Unternehmens in anderen Straßen oder auf öffentlichen Plätzen, z.B. im Industriegebiet Lehnscheid in Wilnsdorf oder auch schonmal neben der Alten Schmiede in Wilden, abgestellt wurden.

Die Struthstraße wurde zum Abstellen der Transporterflotte missbraucht. Auch Beschäftigte des Unternehmens parkten die Struthstraße zu, weil sie auf dem Betriebsgelände keinen Platz fanden. Die parkenden Fahrzeugschlangen standen vom Betrieb bis in den Einmündungsbereich Freier Grunder Straße/Struthstraße. Dadurch war hier nur einspuriger Verkehr möglich und es gab Sichtbehinderungen. Verkehrsabwicklung und Verkehrssicherheit wurden gestört.

Oft wurden Fahrzeuge auf dem an das Betriebsgelände angrenzenden Gehweg an der Struthstraße abgestellt, der hier nur 1 m breit ist. Fußgänger und Kinder mit Fahrrädern sowie Eltern mit Kinderwagen mussten auf die Fahrbahn ausweichen und sahen sich dort ebenfalls einer Verkehrsgefährdung ausgesetzt.

Abgesehen von den Verkehrsproblemen verkam das Betriebsgelände auch zu einer Müllhalde. Im Grenzbereich zum Nachbargrundstück wurden ungeordnet alte Holzpaletten hingeworfen, die mit der Zeit von Sträuchern überwuchert wurden und eine Brandgefahr darstellten. Mitunter wurden auch Fahrzeuge auf dem Betriebsgelände ausgeschlachtet und der Fahrzeugschrott und weiterer Müll in der Nähe des Nachbargrundstückes und des Wildenbaches abgelagert.

Hier hat sich ein erheblicher Missstand entwickelt, der nicht in die Zukunft getragen werden sollte.

Die Gemeinde Wilnsdorf hat Möglichkeiten, auf die Nachfolgenutzung der Liegenschaft Einfluss zu nehmen. Es muss sichergestellt werden, dass hier nicht wieder eine Nutzung durch eine Spedition bzw. ein Logistikunternehmen erfolgt, bei der Verkehrsprobleme drohen. Außerdem muss bedacht werden, dass das Betriebsgelände an ein Wohngebiet angrenzt. Es sollte nicht nur ausgeschlossen werden, dass Verkehr zum Betriebsgelände durch die Struthstraße als Wohnstraße führt; es muss auch gewährleistet werden, dass das Wohngebiet nicht durch eine immissionsträchtige Nachfolgenutzung des Betriebsgeländes Störungen ausgesetzt wird.

Möglicherweise kann hier auch eine städtebaulich vorteilhafte Innenentwicklung von der Gemeinde organisiert werden, zum Beispiel eine Umnutzung für wohnbauliche Zwecke, da in Wilden im Moment kein Bauland mehr auf dem Markt verfügbar ist. Das Grundstück ist etwa 3300 m² groß. Anstelle der Halle und der Freifläche könnten hier zusätzlich zu dem vorhandenen Wohnhaus zum Beispiel noch 5 weitere Wohnhäuser entstehen. Auch andere für das Umfeld verträgliche Nutzungen könnten in Betracht kommen.

Wir denken nun zunächst zur Sicherung der Einflussmöglichkeiten an folgende Maßnahmen:

  • Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens mit der Zielsetzung, die Nachfolgenutzung des Betriebsgeländes Freier Grunder Straße 89 unter städtebaulichen und verkehrlichen Aspekten zu steuern
  • Erlass einer Veränderungssperre, um die Ziele der Aufstellung des Bebauungsplanes zu sichern
  • Erlass einer Satzung zur Anordnung eines besonderen Vorkaufsrechtes der Gemeinde, um bei einer Veräußerung der Liegenschaft durch die Gemeinde Wilnsdorf auf das Grundstück zugreifen zu können.

Um Einfluss nehmen zu können, ist äußerste Dringlichkeit gegeben. Wir beantragen daher für die vorgeschlagenen Maßnahmen Dringlichkeitsbeschlüsse, da bis zu den Ausschuss- und Ratssitzungen Ende April zu viel Zeit vergehen würde und Fakten geschaffen werden könnten.

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Blick Freiergrunder Straße

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Blick Struthstraße

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